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Vernetzungstreffen
24. April 2026 in Wien
Vernetzungstreffen
24. April 2026 in Wien
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Früh diagnostiziert – und dann? Demenz zwischen Medikamentenversprechen und Versorgungslücke

Der Vernetzungstag am 24. April 2026 setzte ein klares Zeichen: Das Feld der Demenz befindet sich in einem Umbruch. Unter dem Leitgedanken „Früh diagnostiziert – und dann?“ diskutierten Expertinnen und Betroffene über den Spagat zwischen medizinischer Innovation und der notwendigen sozialen Begleitung.

Fachvortrag: Alzheimer-Forschung im Umbruch

In ihrem fachlichen Impuls verdeutlichte Prof.in Dr.in Elisabeth Stögmann, dass wir heute von einer rein klinischen zu einer biologisch definierten Diagnose übergehen. Alzheimer wird zunehmend als Kontinuum verstanden, das bereits Jahrzehnte vor den ersten Symptomen beginnt.

Die wichtigsten Fakten aus der Forschung:

  • Präzise Diagnostik: Dank moderner Biomarker (aus Blut, Nervenwasser oder PET-Scans) kann eine Diagnose heute mit einer Genauigkeit von 90–95 % gestellt werden (gegenüber 60–70 % bei rein klinischer Untersuchung).
  • Prävention als Chance: Bis zu 40 % der Demenzfälle hängen mit modifizierbaren Risikofaktoren zusammen. Ein gesunder Lebensstil (z. B. Behandlung von Bluthochdruck, Hörverlust oder Depression) kann den Ausbruch der Erkrankung verzögern oder verhindern.
  • Neue Medikamente (Antikörper): Wirkstoffe wie Lecanemab oder Donanemab markieren eine neue Ära. Sie können den kognitiven Abbau um etwa 20–40 % verlangsamen, stellen jedoch keine Heilung dar.
  • Voraussetzungen für Therapien: Diese neuen Therapien sind nur in einem frühen Stadium wirksam (MCI oder milde Demenz) und erfordern eine gesicherte Amyloid-Diagnose sowie eine engmaschige Überwachung mittels MRT.

Podiumsdiskussion: Die soziale Antwort auf die Diagnose

In der anschließenden Diskussion mit Angela Pototschnigg, Katharina Heimerl, Christine Leyroutz, Johanna Püringer und Friederike de Maeyer wurde die Perspektive der Betroffenen greifbar.

  • Lücke in der Versorgung: Trotz medizinischer Fortschritte fühlen sich viele – besonders jung Betroffene – nach der Diagnose allein gelassen. Es braucht Systeme und aufsuchende Beratung, die das gesamte Familiensystem stützen.
  • Palliative Perspektive: Katharina Heimerl plädierte dafür, Demenz auch als Weg der kleinen Abschiede zu begreifen, der eine professionelle Trauerbegleitung und ein demenzinklusives Umfeld benötigt.
  • Selbsthilfe & Bürokratie: Initiativen wie „Über den Berg kommen“ zeigen, wie wichtig Vernetzung ist, während gleichzeitig der Ruf nach einem Abbau bürokratischer Hürden und einer stärkeren politischen Präsenz Österreichs in europäischen Gremien laut wurde.

Kollegialer Austausch & Ausblick

Der kollegiale Austausch in den Gruppen am Nachmittag war lebendig und praxisnah. Diskutiert wurden unter anderem konkrete Fragen zum Aufbau und zur Gestaltung von Selbsthilfegruppen – ein Bereich, in dem viel Erfahrungswissen geteilt wurde.

Insgesamt machte der Tag deutlich, dass es berechtigte Hoffnung gibt: Die Forschung schreitet voran, neue Möglichkeiten entstehen, und das Thema gewinnt an Sichtbarkeit. Gleichzeitig entstehen neue Fragen – etwa, wie zukünftige Generationen mit dem Wissen um mögliche Biomarker umgehen werden. Ob Menschen dieses Wissen haben wollen, bleibt eine individuelle Entscheidung.

Fazit des Tages

Demenz bleibt eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Es braucht ein demenzinklusives Umfeld, das von Verständnis für Anderssein geprägt ist, sowie gemeinsames Handeln auf allen Ebenen. Neben aller Ernsthaftigkeit war dabei auch Raum für Leichtigkeit – und für humorvolle Anekdoten, die den Austausch menschlich und verbindend machten. Demenz bleibt eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die neben medizinischer Präzision vor allem Menschlichkeit, Verständnis für das „Anderssein“ und gemeinsames Handeln erfordert.

AUFZEICHNUNG FACHVORTRAG

Alzheimer im Umbruch – neue Medikamente, neue Leitlinien, neue Perspektiven

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AUFZEICHNUNG PODIUMSDISKUSSION

Demenz zwischen Versprechen & Versorgungslücke: Podiumsdiskussion im Rückblick

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